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Tagesablauf auf einer Karawanenreise

Die folgende Beschreibung eines Tage in der Sahara trifft nicht nur auf unsere Méharée in Algerien zu, sondern auch auf die Kameltouren in Marokko, Tunesien und auf dem Sinai, und ebenso auf die Karawanenreisen im Tschad.
Alle diese Wüstentrekkings haben sehr viele Gemeinsamkeiten, was den Tagesablauf und das Leben der Nomaden betrifft: Egal ob man bei den Berbern, den Beduinen, den Tuareg oder den Tubu ist, gewisse Abläufe sind bei allen gleich. Über ewige Zeiten haben sich diese Handgriffe und Handlungen bewährt und sind mehr oder weniger in alle Nomadenkulturen eingeflossen.

Die Wüste ist ganz still. Die Morgendämmerung taucht die Landschaft in Pastelltöne. In einiger Entfernung weiden unsere Kamele. Die Chameliers sitzen am Lagerfeuer. Ich bin schon eine Weile auf und setzte mich nun zu ihnen. Die Stimmung ist mystisch. Langsam geht die Sonne auf und überflutet alles mit ihrem Licht.

Aus der Küche ist Geschirrklappern zu hören – Zeit zum Aufstehen. Langsam kommt Leben in unser Lager. Alles streckt und reckt sich, Schlafsäcke werden ausgeschüttelt und Decken zusammengelegt. Nach der kurzen Morgentoilette werden die persönlichen Sachen zusammengepackt. Kurz darauf türmen sich unsere Taschen, Rucksäcke und Siehe Schlafmatten in der Nähe der Küche zu einem grossen Haufen auf.

Das Frühstück steht bereit: Brot, Konfitüre, Käse, dampfender Tee und Kaffee. Während wir frühstücken, holen die Chameliers die Kamele von der Weide.

Wir wollen bald aufbrechen. Je nach Weideplätzen für die Kamele werden wir zwischen zwei bis drei Stunden unterwegs sein. Wir nutzen die kühleren Morgenstunden zum Wandern. Vor dem Abmarsch wickeln alle ihren Schesch um den Kopf, ein etwa ein Meter breites und vier Meter langes Baumwolltuch, die ideale Kopfbedeckung in der Wüste.

Wir befinden uns in Südalgerien. Unsere Gruppe setzt sich aus sechs Wüstenhungrigen, unserem Guide Achmed, den Chameliers Osman, Hosseini und Salach, dem Koch Brahim plus 16 Kamelen zusammen.
Wir haben unsere Reise etwas ausserhalb von Djanet begonnen und sind jetzt seit drei Tagen Richtung Oued und Siehe Guelta von Essendilène unterwegs.

Die Strecke führt heute Morgen durch einen Oued, ein ausgetrocknetes und versandetes Flussbett. Rechts und links erheben sich hohe Felswände. Der Grundwasserspiegel kann nicht all zu tief sein, darauf deuten die vielen Sträucher und Gräser hin.
Wo viele Pflanzen wachsen, sind auch Tiere anzutreffen. Mit Hilfe von Achmed deuten wir Tierspuren von Käfern, Mäusen, Eidechsen, Vögeln und verwilderten Eseln. In manchen Gegenden trifft man auch auf Gazellenspuren und selten auf Spuren des sagenumwobenen Mufflons.
Plötzlich bleibt Achmed stehen und ruft: "Uxad Taschelt", was in seiner Sprache, dem Tamahaq, "Achtung Schlange" heisst. Er zeigt auf ein Grasbüschel. Sein geschultes Auge hat darunter eine kleine Viper entdeckt, im Sand zusammengerollt und eingegraben. Einzig ihre Augen sind sichtbar. Wir bleiben alle fasziniert stehen und schauen zu, wie Achmed die Schlange mit einem Stock aus ihrem Versteck holt. Sie hat Angst und macht sich seitlich windend rasch aus dem Staub.

Die Sonne steht jetzt hoch am Himmel, es ist warm. Wir beschliessen den Rest der Etappe zu reiten. Es dauert einen Moment, bis sich alle Kamele hingelegt haben. Die Chameliers helfen beim Aufsteigen auf die Reitkamel und unsere Karawane zieht in gemächlichem Tempo weiter. Wir machen hier ein Méharée, deshalb haben wir richtige elegante und hochbeinige Reitkamele.

Wir verlassen den Oued und kommen auf eine weite sandige Ebene. Im Kamelsattel auf zwei Metern Höhe ist die Temperatur einige Grad niedriger als beim Wandern. Ein angenehmer leichter Wind weht und die Aussicht ist fantastisch. Wir reiten hinter– oder nebeneinander.

Siehe Dromedarreiten ist nicht schwierig. Die Tiere sind gut dressiert, so dass auch Anfänger sie problemlos alleine manövrieren können.

Nach einer Stunde erreichen wir das Mittagslager. Wir satteln ab. Mit Brahim richten wir im Schatten der Felsen den Lagerplatz und machen es uns auf einer bunt gestreiften Decke bis zum Essen gemütlich.

Wie immer werden wir kulinarisch verwöhnt: Zwei Schüsseln mit frischem Tomaten– und Gurkensalat, Lattich, Kartoffeln, dazu hart gekochte Eier, Thon und Brot. Zum Essen sitzen wir im Kreis am Boden, in der Mitte die Schüsseln. Wir geniessen die frischen Salate. Bei richtiger Lagerung bleibt Salat und Gemüse in der Wüste erstaunlich lange frisch.

Unsere Chameliers haben die Kamele auf die Weide geführt und kochen nun ihr eigenes Mittagessen.

Brahim ist wie immer rührend um unser leibliches Wohl besorgt. Er bringt das Dessert: Orangen oder Datteln, je nach Saison manchmal auch Äpfel oder Trauben. Nach Tee und Kaffee strecken wir uns auf den Decken aus, plaudern, lesen und machen eine Siesta.

Nach zwei Stunden kündet das Klirren von Teegläsern den baldigen Aufbruch an. Osman bringt den starken Grüntee, welcher die Lebensgeister wieder weckt.

Die anderen Chameliers führen die Kamele von der Weide zurück. Es ist immer wieder ein besonderer Moment, diese Tiere so majestätisch heran schreiten zu sehen. Wir helfen den Tuareg beim Satteln und Gepäckaufladen.

Die Etappe heute Nachmittag wird etwa zwei Stunden dauern. Die Chameliers führen die Karawane an. Sie improvisieren Lieder über die Reise und uns. Sie lachen und jauchzen.

In gemütlichem Rhythmus geht es an Akazien und grossen Felsbrocken vorbei bis zu unserem Lagerplatz für die Nacht, gelegen am Fusse von Felsen und einer Düne.

Nach dem Absatteln der Kamele hält jede/r nach einem geeigneten Platz für den Schlafsack Ausschau. Zwischen den Felsen finden sich oft geeignete Nischen mit guten Ablagemöglichkeiten für Kleider und Toilettensachen.

Die Chameliers holen bei einem Brunnen in der Nähe noch Wasser.

Später treffen wir uns alle zu Tee, Kaffee und Datteln.

Bis zum Abendessen bleibt noch ausreichend Zeit für die Abendtoilette, zum Lesen, Fotografieren, Schreiben und Faulenzen. Wer Lust hat, kann mit einem Chamelier noch eine kleine Tour zu Fuss unternehmen.

Ich schaue bei Brahim in der Küche vorbei. Er zeigt auf die dampfenden Töpfe: Es gibt zuerst Teigwarensuppe, dann Couscous und zum Dessert Wassermelone.
Je nach Holzangebot und Gegend wird auf dem offenen Feuer oder mit Gas gekocht.

Nach Sonnenuntergang sitzen wir alle gemütlich ums Lagerfeuer und das Abendessen wird serviert. Wir sind hungrig und geniessen die ausgezeichnete Mahlzeit. Es folgen Dessert, Tee und Kaffee.

Unsere Reisebegleiter setzen sich nach ihrem Abendessen zu uns ans Feuer. In Gesellschaft von Tuareg ist es meistens lustig und unbeschwert. Wir lachen viel und fühlen uns sehr wohl. Osman, welcher jede Gelegenheit zum Teekochen nutzt, setzt nochmals Wasser auf.
Die Teezeremonie ist Symbol für Geselligkeit und Gastfreundschaft. Mehrmals am Tag sind die drei Gläschen von süssem, starkem Grüntee auch für uns zum unentbehrlichen Ritual geworden.

Brahim knetet in einer Schüssel Teig für das Fladenbrot. Es heisst hier Tagela und wird im heissen Sand unter dem Feuer gebacken. Brahim schiebt mit einem Stock Kohle und Glut zur Seite, legt den Teigfladen auf den heissen Sand, bedeckt ihn mit Sand, dann kommt Glut und Kohle darüber. Wir schauen fasziniert zu. Das Brot wird auf jeder Seite 20 bis 30 Minuten gebacken.

Wir trinken Tee, diskutieren und philosophieren. Manchmal wird es still. Unsere Blicke verlieren sich im knisternden Feuer oder in der Weite der Sterne. Gegen Mitternacht sind alle müde. "Bonne nuit et artoufat", "gute Nacht und bis morgen", wünschen wir uns, und schwärmen in Richtung unserer Schlafsäcke aus.

Die Chameliers werden abwechslungsweise nachts aufstehen und nach den Kamelen sehen, damit sich diese nicht zu weit entfernen.

Im Schlafsack lasse ich den heutigen Tag vorbeiziehen. Dann tauche ich ins Meer der Sterne ein.

Sabine Chavannes
Kameltouren sind keine Last–Minute–Reisen
Damit Gruppenreisen zustande kommen, sind frühzeitige Anmeldungen unerlässlich
indigo reisen – Kameltrekking und Méharée in der Sahara
indigoreisen@bluewin.ch     +41 31 951 29 30

© 2017 indigo reisen – Sabine Chavannes

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